Von alten Lumpen zu Menstruationsunterwäsche: Ein kurzer Überblick über die Geschichte der Menstruationsprodukte im Laufe der Zeit
Autorin: Emma Libner
Aktuell gibt es viele neue Ideen für die Zukunft des Menstruationsschutzes. Nach jahrzehntelang begrenzten Auswahlmöglichkeiten in den Hygieneabteilungen der Supermärkte hielt vor Kurzem die Menstruationstasse Einzug und damit einhergehend ein gesteigertes Bewusstsein für nachhaltige Menstruation. Kurz darauf eroberten Menstruationsslips den Markt (und mit ihnen auch uns!). Für alle, die lieber unbeschwert bluten möchten.
Heute, nur wenige Jahre später, gibt es alles von Unisex-Menstruationsunterwäsche über flache Menstruationstassen – sogenannte Menstruationsscheiben – bis hin zu Binden, die unter anderem Diabetes und Gebärmutterhalskrebs erkennen können. Um nur einige der vielen innovativen Produkte zu nennen…
Das war jedoch nicht immer so. Ganz im Gegenteil.
Ein Markt, der von kulturellen Normen und Tabus geprägt ist.
Es dauert nicht viele Generationen, bis wir feststellen, dass es in der Vergangenheit überhaupt keinen Markt für Menstruationsprodukte gab. Wirklich gar keinen. Meine Urgroßmutter beispielsweise wuchs in einer Zeit auf, in der man sich während der monatlichen Blutung üblicherweise mit alten Lappen aus Stoffresten beholfen hat. Wenn man heute im Englischen umgangssprachlich von Menstruation spricht, weil man seine Tage hat, ist das ein direktes Überbleibsel aus dieser Zeit.
Tatsächlich kam die erste kommerzielle Menstruationsbinde erst Ende des 19. Jahrhunderts – zeitgleich mit dem Durchbruch der modernen Menstruationshygiene – auf den Markt. Die Einwegbinde war jedoch kein großer Erfolg. Möglicherweise lag es daran, dass das Tabu um die Menstruation damals Frauen davon abhielt, sie zu kaufen, aus Angst, ihre Periode öffentlich preiszugeben.
Wenn Sie die heutige Werbung für Binden und Tampons mit blauer Flüssigkeit für übertrieben halten, dann können Sie froh sein, dass Sie nicht in der Jugend meines Großvaters gelebt haben. In den 1920er-Jahren kamen einige Hersteller von Einwegbinden auf die Idee, sogenannte „Schweigecoupons“ in Zeitungen und Zeitschriften abzudrucken. Diese Coupons konnten ausgeschnitten und an der Kasse in der Apotheke abgegeben werden. Mit einem solchen Coupon in der Hand konnten menstruierende Kundinnen die Wörter „Binden“ oder „Menstruation“ beim Kauf von Hygieneartikeln komplett vermeiden!
Neue Menstruationsprodukte gewinnen an Bedeutung
Als sich Frauen an den Kauf und die Verwendung der neuen, in Massenproduktion hergestellten Binden gewöhnt hatten, kamen langsam neue Produkte auf den Markt. Im Geiste der Experimentierfreude der Zwischenkriegszeit entstanden die erste brauchbare Menstruationstasse und der erste Tampon – in dieser Reihenfolge.
Bereits 1867 gab es einen Mann aus Chicago namens SDieLHockert erfand ein Gerät, das man am besten als grausamen Vorläufer der modernen Menstruationstasse bezeichnen könnte: einen kleinen, kondomähnlichen Beutel, der mit einer Schnur am Gürtel befestigt wurde. Er nannte das Gerät „Kataminialbeutel“, und falls Ihnen das etwas nach Katastrophe klingt, liegt das wahrscheinlich daran, dass die kleine griechische Vorsilbe „kata“ dieselbe ist wie im Wort „Katastrophe“ …
Zum Glück blieb Hockerts Menstruationsbeutel nur eine Idee. Ebenso wie eine lange Liste von Entwürfen, die andere Männer seiner Zeit ausprobierten. Letztendlich war es eine Frau, die Amerikanerin Leona Chalmers, die die perfekte – und nicht zuletzt bequeme – Menstruationstasse entwickelte, wie wir sie heute kennen. Chalmers' Menstruationstasse hatte jedoch nur eine kurze Lebensdauer, da ein neuer Weltkrieg ausbrach und die Produktion beendete. Im Gegenzug ebnete sie den Weg für weitere Frauen, sich an der Entwicklung innovativer Produkte für menstruierende Frauen zu beteiligen.
Menstruationstechnologien der Zukunft
Das führt uns zu Menstruationsunterwäsche. Denn wie Sie vielleicht schon vermutet haben, ist auch Menstruationsunterwäsche größtenteils eine Erfindung von Unternehmerinnen (wie unserer Cathrine hier bei Flow). Seit die ersten Menstruationsunterwäsche in den 1990er-Jahren auf den Markt kamen, waren Frauen federführend bei der Entwicklung und Produktion von saugfähiger Menstruationsunterwäsche. Vielleicht trägt das ja zum Boom des Marktes für neue Produkte für alle mit Menstruationszyklus bei?
Eines ist jedoch sicher: Wir haben erst die Spitze des Eisbergs gesehen. Analysten prognostizieren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels, dass der globale Markt für Menstruationsprodukte bis 2030 jährlich um bis zu 9 % wachsen wird. Die Kurve kennt also nur eine Richtung: nach oben.
Mit anderen Worten: Es gibt unzählige spannende und innovative Produkte, die nur darauf warten, auf den Markt zu kommen. Und wir sind schon sehr gespannt, welche aufregenden, coolen (und tatsächlich nützlichen!) Menstruationstechnologien die Zukunft bereithält.




































